Freundschaft zwischen den beiden Feuerwehren aus Wehr/Mosel und Wehr/Baden
Grußwort von Günter Kramer
Wehr im Schwarzwald, gelegen im Dreiländereck Schweiz-Frankreich-Deutschland grenzt an den kleinen Fluss Wehra und mit dem Ortsteil Öflingen an den Rhein. Unsere Kommune ist erstmals im Jahr 1092 urkundlich erwähnt, sie feierte also 1992 ihr 900jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Wehr selbst besteht aus dem Hauptort Wehr und dem 1971 eingemeindeten Ortsteil Öflingen. Die Einwohnerzahl liegt knapp unter 14.000. Wehr ist in erster Linie Industriestadt mit rund 5000 gewerblichen Arbeitsplätzen mit den Schwerpunkten Textil- und Pharmaindustrie. Wehr liegt im Herzen Europas und ist eine sehr musikalische Stadt. Ihre bekannteste Künstlerin ist Anne-Sophie Mutter, die aus Wehr stammt und hier bereits mit 25 Jahren die Ehrenbürgerschaft erhielt. Die Stadt Wehr feierte vom bis 9. Juli 1999 ihr 50-jähriges Stadtjubiläum, denn am 8. Juli 1950 erhielte sie von der Badischen Landesregierung die Stadtrechte. Der Verfass dieses Artikel war seinerzeit Schriftführer bei der Feuerwehr in Wehr/Baden und hatte unter anderem die eingehende Post zu bearbeiten. Wir schrieben den 8. August 1976 als uns eine in Luxembourg abgestempelte Postkarte erreichte. Die Karte trug folgenden Wortlaut: Sehr geehrter Herr Wehrführer! Wir, die Feuerwehr aus einem kleinen Ort an der Mosel , die denselben Namen trägt wie Ihr Ort, beabsichtigt nächstes Jahr eine Reise von drei Tagen zu machen. Viele unsere Aktiven würden gerne die Stadt Wehr im Schwarzwald kennen lernen. ich möchte Sie darum bitten, mir einiges Informationsmaterial über Wehr zu senden. Vielleicht ergibt sich eine kleine Freundschaft der beiden Feuerwehren aus Wehr. Vielen Dank! Gerhard Gries, Wehrführer.
Der Wunsch des Wehrführers war uns natürlich Befehl. Das Infomaterial wurde übersandt und bald stand schon der Termin des Besuches an der Wehra fest. An einem Himmelfahrtstag, auch als Vatertag gefeiert, erwarteten wir unsere Gäste. Vor unserem neuen Feuerwehrgerätehaus bereiteten wir der lustigen Gesellschaft von der Mosel einen Empfang mit einem Schwarzwälder Vesper, bei den natürlich ein Kirsch nicht fehle durfte, danach gab es ein gemütliches Beisammensein. Am Freitag unternahmen wir gemeinsam einen Busausflug an den Vierwaldstättersee in die Schweiz und am Samstag eine kleine Rundfahrt in unseren Gefilden. Abends stand ein großer Kameradschaftsabend auf dem Programm, der bei allen, Wehrern' bestens ankam. Unvergessen ist hier der Auftritt von Arthur Moreth. Leider stand am morgen danach schon wieder der Bus bereit, um die Moselaner nach Hause zu bringen. Nach einem ausgedehnten Frühschoppen nahmen die Moselaner Abschied und luden uns herzlich zu einem Besuch an die Mosel ein. Bereits im Herbst, vom 16. bis 18. September.1977 machen wir den ersten Gegenbesuch. Mit einem Bus und nach vielen Pannen erreichten wir endlich Wehr an der Mosel. Unsere Gastgeber hatten im Bürgerhaus eine Weinprobe mit 18 verschiedenen Sorten vorbereitet. Die war ein wunderbarer zünftiger Einstand für uns an der Mosel. Am nächsten Morgen machten wir eine Fahrt nach Trier und in die Umgebung. Am Abend gab es ein Fest mit Schwenkraten, Wein und Bier. Viele Häuser und Weinkeller standen uns offen und so durften wir drei herrlich anstrengende Tage an der Mosel erleben. Für Sonntag morgen, 11.00 Uhr war die Abfahrt geplant, aber daraus wurde nichts! Die Weinkeller von Alfons Neusius und Jupp Steinmetz waren einfach zu nahe, so dass immer wieder einige darin verschwanden! Als es dann gegen 16.00 Uhr endlich so weit war, hielt Rudi Eller auf dem jetzigen Markusplatz auf dem Milch- Podest unter der Linde eine viel belachte Abschiedsrede. Seit dieser Zeit pflegen die Feuerwehrkameraden beider Wehrer Wehren mit regelmäßigen Besuchen die Freundschaft. Eine Linde, die vor dem neuen, schmucken Feuerwehrgerätehaus an der Mosel seht, soll diese Freundschaft zwischen den beiden Wehren bekräftigen. Bei allen größeren Anlässen in den letzten 20 Jahren, seien es Jubiläen oder die Einweihung des Gerätehauses gewesen, haben Abordnungen von uns teilgenommen, und auch umgekehrt sind bei uns im Wehratal immer wieder Moselaner aus Wehr anzutreffen. Hoffen wir, das wir noch viele Jahre unsere Freundschaften von der Mosel zur Wehra pflegen dürfen.
Einige Kameraden haben uns in diesen Jahre leider schon für immer Lebewohl gesagt, Arthur Moreth, Rudi Eller, Mathias Esch, Roland Schmid und einige andere. Ihnen allen wollen wir an dieser Stelle für ihre Freundschaft herzlich danken und ihnen ein ehrendes Gedenken bewahren. Der Gemeinde Wehr/Mosel dürfen wir zu ihrem 850jährigen Jubiläum ganz herzlich gratulieren und frohe Festtage wünschen. Möge sich der frohe Geist des Weines auf die Menschen in Wehr an der Mosel übertragen und die Gemeinde weiterhin wachsen und gedeihen.
Günter Kramer, Klaus Felber Kommandant Freiw. Feuerwehr Wehr/Bd.
Gedrucke Quelle: Schriftenreihe, Ortschroniken des Trierer Landes,
Band 32, Seite 351, 352 u. 354